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IPhone Senioren

Wel­che Sinne geschärft wer­den müssen.

Höhe­res Alter geht oft auch damit ein­her, dass einige Sinne schwä­cher wer­den. In die­sem Arti­kel zei­gen wir dir, wie du ein Iphone nach indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen ein­stel­len kannst.

Fol­gende Sinne spie­len bei der Bedie­nung von Smart­pho­nes eine Rolle:

  1. Hören

  2. Sehen

  3. Phy­sisch und Motorisch

1. Hören

Falls das Hör­ver­mö­gen ein­ge­schränkt ist, gibt es fol­gende Ein­stel­lun­gen, die wei­ter­hel­fen können:

  • Unter “Ein­stel­lun­gen → Töne und Hap­tik” kann unter “vibrie­ren” zusätz­lich zum übli­chen Klin­geln das Handy vibrieren.

  • Unter “Ein­stel­lun­gen → Töne und Hap­tik” kann der Klin­gel­ton unter “Klin­gel- und Hin­weis­töne” laut gestellt wer­den. Wich­tig ist, dass dar­un­ter “Mit Tas­ten ändern” deak­ti­viert wird, damit bei Ver­än­de­run­gen der all­ge­mei­nen Laut­stärke, die Laut­stärke des Klin­gel­tons nicht beein­flusst wird.
    Anschlie­ßend kann unter “Ein­stel­lun­gen → Bedie­nungs­hil­fen → Audio/Visuell” ganz unten “LED-Blitz bei Hin­wei­sen” akti­viert werden.

  • Über “Ein­stel­lun­gen → Bedie­nungs­hil­fen → Hör­hil­fen” las­sen sich Hör­hil­fen per Blue­tooth verbinden.

  • Über “Ein­stel­lun­gen → Bedie­nungs­hil­fen → Unter­ti­tel” las­sen sich Unter­ti­tel akti­vie­ren, sodass wel­che ange­zeigt wer­den, falls vorhanden.

2. Sehen

Falls das Seh­ver­mö­gen ein­ge­schränkt ist, gibt es fol­gende Ein­stel­lun­gen, die wei­ter­hel­fen können:

  • Unter “Ein­stel­lun­gen → Anzeige & Hel­lig­keit” lässt sich die “Text­größe” ein­stel­len, sowie “fet­ter Text” akti­vie­ren.

  • Unter “Ein­stel­lun­gen → Anzeige & Hel­lig­keit” lässt sich ganz unten die “Anzeige” auf “ver­grö­ßert

  • Unter “Ein­stel­lun­gen → Bedie­nungs­hil­fen” gibt es einen gan­zen Bereich “SEHEN”.
    Unter dem Punkt “Voice-Over” las­sen sich einige Mög­lich­kei­ten wie und wann Bild­schir­min­halte vom Handy beschrie­ben werden.
    Dar­un­ter lässt sich unter “Zoom” ver­schie­dene Ver­sio­nen zum Bild­schirm-ver­grö­ßern einstellen.
    Der Bereich “Gespro­chene Inhalte” bie­tet Ein­stell­mög­lich­kei­ten für das Vor­le­sen von Tex­ten auf dem Bildschirm.

Schnelle Nut­zung von Siri

Siri ermög­licht bei Apple-Gerä­ten die Sprach­steue­rung. Um Siri zu akti­vie­ren, kli­cke auf “Ein­stel­lun­gen → Siri & Suchen” aus. Hier kannst du aus­wäh­len ob der Sprach­as­sis­tent sich beim sagen von “Hey Siri” öff­nen soll, per “Sei­ten­taste
Hilf­reich ist noch die Funk­tion “Anrufe ankün­di­gen” Wenn das akti­viert ist sagt Siri wer gerade anruft.

Nun ist es mög­lich Siri zu fra­gen “Wie ist das Wet­ter heute?” oder Befehle wie “Peter anru­fen” und “Weck mich mor­gen um 8 Uhr” zu erteilen.

3. Phy­sisch und Motorisch

Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit verändern

Unter “Ein­stel­lun­gen → Bedie­nungs­hil­fen” gibt es auch einen gan­zen Bereich “PHY­SISCH UND MOTO­RISCH”. Dort las­sen sich viele Anpas­sun­gen zur akti­ven Bedie­nung finden.

  • Unter “Tip­pen → Touch-Anpas­sun­gen” hast du fol­gende Auswahlmöglichkeiten:
    Hal­te­dauer”: Die Hal­te­dauer legt fest, wie lange du den Fin­ger auf dem Bild­schirm las­sen musst, damit es als Berüh­rung erkannt wird. Bei Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Moto­rik macht es Sinn eine Hal­te­dauer von über 1 Sekunde einzustellen.
    Liegt die aus­ge­wählte Hal­te­zeit über 0,3 Sekun­den, erscheint bei der Berüh­rung ein Timer – ist die­ser abge­lau­fen wird die Berüh­rung vom Handy erkannt. Kli­cke dazu auf “Hal­te­dauer”, jetzt kannst du hier­bei die Berüh­rungs­zeit durch das Plus und Minus­zei­chen indi­vi­du­ell anpassen.
    Streich­ges­ten”: Du hast außer­dem die Mög­lich­keit, Streich­ges­ten fest­zu­le­gen. Um diese ver­wen­den zu kön­nen, müs­sen “Hal­te­dauer” und “Tipp-Assis­tent” akti­viert sein. Nun kannst du fest­le­gen, wie weit sich der Fin­ger bewe­gen muss, damit ein Strei­chen erkannt wird. Unter “Erfor­der­li­che Bewe­gung” wer­den dir nun “Streich­ges­ten” angezeigt.
    Tipp­wie­der­ho­lun­gen”: Unter ande­rem kannst du ver­se­hent­li­che Tipp­vor­gänge, als einen Tipp­vor­gang inter­pre­tie­ren las­sen. Dies kannst du unter “Wie­der­ho­lung igno­rie­ren” kontrollieren.
    Tipp-Assis­tent”: Der Tipp-Assis­tent hilft dir dabei, den ers­ten oder letz­ten Berüh­rungs­punkt einer Streich­geste als beab­sich­tigt zu inter­pre­tie­ren. Unter Touch-Anpas­sun­gen kannst du “Ers­ten Berüh­rungs­punkt ver­wen­den” oder “Letz­ten Berüh­rungs­punkt ver­wen­den” auswählen.
    Nach­dem du alles dei­nen Bedürf­nis­sen ent­spre­chend ein­ge­stellt hast, musst du nur noch “Touch-Anpas­sun­gen” akti­vie­ren.

  • Face ID & Auf­merk­sam­keits­prü­fung für Face ID” wür­den wir raten zu deak­ti­vie­ren. Beim Tra­gen einer Maske oder ande­ren Kame­r­air­ri­tie­ren­den Gegen­stän­den funk­tio­niert dies nicht vernünftig.

  • Schal­ter­steue­rung” kann eine inter­es­sante Option sein, spe­zi­ell wenn der Nut­zer leicht über­for­dert ist von den vie­len Auswahlmöglichkeiten

  • Sprach­steue­rung” ist eine umfang­rei­che Option, die auch für Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Seh­fä­hig­keit span­nend sein kann. Aller­dings bie­tet es sich hier an diese Funk­tio­nen vor­her ein­mal selbst aus­zu­pro­bie­ren bevor man es jeman­dem erklärt.

Gene­rell raten wir dazu sich mit dem Senio­ren dei­ner Wahl hin­zu­set­zen und ver­schie­dene Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten durch­zu­pro­bie­ren. Denn nur wenn sich die Benut­zung gut anfüllt und intui­tiv ist, wird das Handy am Ende auch benutzt.

Wir wün­schen viel Erfolg.


Nicht jedem Men­schen ist es ver­gönnt die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel nut­zen zu kön­nen. Man­che müs­sen ins Auto getra­gen wer­den, lie­gend gefah­ren oder haben viel­leicht mit Roll­stuhl kei­nen Zugang zur nächs­ten U‑Bahn-Sta­tion. Für sol­che beson­de­ren Bedürf­nisse gibt es spe­zi­elle Groß­raum­ta­xen oder auch spe­zia­li­sierte Kran­ken­trans­porte. Nun gehö­ren Taxi­fah­rer lei­der zu den gro­ßen Ver­lie­rern in der Coro­na­krise. Staat­li­che Hil­fen genü­gen nicht und viele waren und sind gezwun­gen ihre Jobs aufzugeben.

Aber was bedeu­tet das für die­je­ni­gen, die dar­auf ange­wie­sen sind gefah­ren zu werden?

Fahr­dienste wur­den in der Ver­gan­gen­heit durch Taxi­un­ter­neh­men ent­las­tet, die sich teil­weise auch auf Kran­ken­trans­porte spe­zia­li­siert hat­ten. Dafür war aller­dings die Anschaf­fung spe­zi­el­ler Groß­raum­ta­xen mit Roll­stuhl­ram­pen von­nö­ten. Ein Man­gel an Fah­rern lässt viele die­ser aus­ge­stat­te­ten Fahr­zeuge unge­nutzt. Auf der ande­ren Seite war­ten Pati­en­ten teil­weise stun­den­lang auf den von Ihnen gebuch­ten Fahrdienst.

Auch der Büro­auf­wand ist kein Zucker­schle­cken. Die Kos­ten eines Pati­en­ten­trans­por­tes wer­den eigent­lich von einem Kos­ten­trä­ger wie zum Bei­spiel einer Kran­ken­kasse über­nom­men. Nun ist aber für jeden Fahr­dienst eine Büro­kraft damit beschäf­tigt die­ses “Beför­de­rungs­scheine” bei den jewei­li­gen Kos­ten­trä­gern ein­zu­rei­chen. Bis dann das Geld auf dem Konto des Fahr­dienst­lei­ters lan­det kön­nen Wochen bis Monate ver­ge­hen. Da das vie­len klei­ne­ren Taxi­un­ter­neh­men zu risi­ko­reich und zu auf­wen­dig ist, muss man als Patient|In erst­mal einen Fahr­dienst finden

Das Ergeb­nis ist, dass ein/e Patient|In oft viel rum­te­le­fo­niert, bis der rich­tige Fahr­dienst gefun­den ist.

Wenn den Fahr­dienst­lei­tern doch nur die­ser büro­kra­ti­sche Auf­wand genom­men wer­den könnte und Pati­en­ten über eine App den Buchungs­pro­zess ganz ein­fach durch­füh­ren könnten.
Zum Glück gibt es MOXI.

Philip Lin­den­blatt

Wird jemand vergessen?

Doch was, wenn dabei ein wich­ti­ger Teil der Bevöl­ke­rung ver­ges­sen wurde? Men­schen, die ent­we­der tem­po­rär oder per­ma­nent an einen Roll­stuhl gebun­den sind, haben oft­mals nicht die Mög­lich­keit von die­sen Ver­bes­se­run­gen zu pro­fi­tie­ren. Was para­dox ist, denn oft­mals ist das ein Teil der Bevöl­ke­rung, für den erhöhte Sicher­heit noch viel wich­ti­ger ist. Ver­bes­se­run­gen des Air­bag Sys­tems sind für sie wenig effek­tiv. Auch der Drei­punk­te­gurt stellt nur für nich-ein­ge­schränkte Per­so­nen eine effek­tive Methode dar um schlimme Ver­let­zun­gen zu vermeiden. 

Vor­schrif­ten und Regeln

Natür­lich gibt es auch strenge Vor­schrif­ten wie ein Roll­stuhl in einem Auto trans­por­tiert wer­den kann. Es muss sich an eine strenge Vor­schrift der Befes­ti­gung gehal­ten wer­den. Nur lei­der ist das Befes­ti­gen an sich kom­pli­ziert und schon kleine Feh­ler könn­ten schwer­wie­gende Fol­gen haben. Sollte der Roll­stuhl nicht kom­plett sta­bi­li­siert sein, kann bereits leich­ter stop-and-go Ver­kehr oder enge Kur­ven dazu füh­ren, dass sich der Roll­stuhl löst. Dies wie­derum kann zu Schä­den am Roll­stuhl und sogar der Per­son füh­ren. Roll­stühle sind oft fra­gil und die kleins­ten Schä­den kön­nen schon dazu füh­ren, dass man sich der Roll­stuhl ohne ent­spre­chende Repa­ra­tur nicht mehr nut­zen lässt. Gro­ßen Dienst­leis­tern von Fahr­ten muss ein hohes Maß an Ver­trauen ent­ge­gen­ge­bracht wer­den. Auch braucht es Erfah­rung einen Roll­stuhl sicher zu fixieren.

Sta­bi­li­siert ist nicht gleich stabilisiert

Selbst im bes­ten Fall, wenn der Roll­stuhl rich­tig sta­bi­li­siert ist, kön­nen enge Kur­ven und stop-and-go’s zu extre­men Unan­nehm­lich­kei­ten füh­ren. Auch der Fahr­stil des Fah­rers ist ent­schei­dend. Hier ist dann die Moti­va­tion eher gering sich auf unbe­kannte Men­schen zu verlassen.
Sol­che Pro­bleme wer­fen dann eben die Frage auf, was wären andere Mög­lich­kei­ten Roll­stuhl­fah­rer im Auto zu stabilisieren?

Pierre Schmit

Nicht nur zu Aus­nah­me­zei­ten wird die Pflege ver­nach­läs­sigt, auch im “nor­ma­len” Tages­ge­schäft gibt es viel Poten­zial für Ver­bes­se­run­gen. Auch der ehe­ma­lige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, hat die Wich­tig­keit von gut aus­ge­rüs­te­ten und funk­tio­nie­ren­den Kran­ken­häu­sern erkannt und sicherte ihnen Unter­stüt­zun­gen auf die­sem lan­gen und schwe­ren Weg zu. Ein neues Kran­ken­haus­zu­kunfts­ge­setz soll hel­fen und den Gesund­heits­sek­tor digi­ta­ler gestal­ten. Dafür stellt der Bund flei­ßig Gel­der zur Ver­fü­gung. Alleine 3 Mil­li­ar­den Euro sol­len dort flie­ßen. Wei­tere 1,2 Mil­li­ar­den wer­den von den Län­dern zur Ver­fü­gung gestellt. Das Pro­blem ist groß. Die Kran­ken­häu­ser, also die “Eck­pf­leier der Kran­ken­ver­sor­gung in allen Gesund­heits­sys­te­men” haben mit viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen zu kämp­fen. Auch in Arzt­pra­xen ist die Not und das Ver­bes­se­rungs­po­ten­zial groß. Schauen wir uns die Her­aus­for­de­run­gen bei Pati­en­ten-Beför­de­run­gen an.

Die Aus­gangs­lage

In der Euro­päi­schen Union ist Deutsch­land in vie­len Berei­chen Vor­rei­ter. Auch in der Anzahl der Pati­en­ten­be­we­gun­gen, also der Anzahl der Per­so­nen die das Kran­ken­haus betre­ten und ver­las­sen müs­sen. In Zah­len bedeu­tet das, dass rund 24.400 aus 100.000 Ein­woh­ner pro Jahr aus Kran­ken­häu­sern ent­las­sen wer­den. All diese Per­so­nen müs­sen zum Kran­ken­haus kom­men und auch wie­der in ihr Eigen­heim zurück gebracht wer­den. So beschreibt Dr. Wib­be­ling von Fraun­ho­fer-Insti­tut eine funk­tio­nie­rende Infa­struk­tur im Kran­ken­haus als einen essen­ti­el­len Fak­tor. Das ist nicht ver­wun­der­lich. Auch die Fahr­ten zu Arzt­pra­xen bei ambu­lan­ten Behand­lun­gen kom­men hinzu. Im Jahr 2020 ent­stand so die unglaub­li­che Zahl von über 50 Mil­lio­nen Ret­tungs­fahr­ten und Kran­ken­trans­por­ten. Bei die­sen Wör­tern denkt man viel­leicht auto­ma­tisch an das grelle Blau­licht und das Sire­nen-Geheul eines Kran­ken­wa­gens, oder doch an die schmet­tern­den Roto­ren eines Ret­tungs­he­li­ko­pters. Doch weit gefehlt. Über 37 Mil­lio­nen Fahr­ten die­ser Art wur­den, im Ver­gleich ganz ein­fach, mit einem Taxi oder Miet­wa­gen durch­ge­führt. Mit dabei sind auch Fahr­ten zu Unter­su­chun­gen wie bspw. zum Rönt­gen oder zur Dia­lyse. Diese Art der Kran­ken­be­för­de­rung gewinnt damit mit Abstand die Gold­me­daille. Weit abge­schla­gen auf Platz 2 befin­den sich Kran­ken­trans­porte mit nur knapp 5,4 Mil­lio­nen Fahr­ten. Das sind die eigent­li­chen Fahr­ten zu Kran­ken­häu­sern. Also ca. 566 jeden Tag, alleine in Einer. Dem­entspre­chend min­des­tens 566 täg­lich stres­sige, wich­tige Tele­fo­nate und das nur mit Pati­en­ten. Hinzu kommt der Auf­wand für die kom­plexe und lang­wie­rige Orga­ni­sa­tion der Buchung und Koor­di­na­tion mit Fahr­diens­ten. Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass es dabei oft zu stun­den­lan­gen War­te­zei­ten für Patient:Innen kommt. 

Ein Fak­tor der ebenso in die Kom­ple­xi­tät der Pati­en­ten­be­för­de­rungs-Buchun­gen bei Kran­ken­häu­sern ein­spielt, ist der Wan­del der Kran­ken­haus­land­schaft im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt. So erfuhr Deutsch­land eine deut­li­che Reduk­tion der ange­bo­te­nen Kran­ken­haus-Bet­ten­zah­len. Auch die Ver­weil­dauer je Behand­lungs­fall hat sich ver­rin­gert. Zwi­schen den Jah­ren 1991 und 2019 redu­zierte sich die Anzahl der Bet­ten von gut 665.000 auf nur 495.000. Die durch­schnitt­li­che Ver­weil­dauer sank fast um die Hälfte von 14,0 auf 7,2 Tagen pro Pati­ent. Diese Zah­len sind im Kon­text der Beför­de­rung von Pati­en­ten in vie­ler­lei Hin­sicht bedenk­lich. Weni­ger Bet­ten bedeu­tet mehr Auf­wand um für die Patient:innen das rich­tige Kran­ken­haus mit der rich­ti­gen Abtei­lung zu fin­den. Wenn ein Kran­ken­haus voll ist, muss das nächste kon­tak­tiert wer­den. Beson­ders akut wird diese Ent­wick­lung in Ver­bin­dung mit der Anzahl der Behand­lungs­fälle. Diese stieg in dem beschrie­be­nen Zeit­raum um knapp 5 Mil­lio­nen, von 14,6 auf 19,4 Mil­lio­nen Men­schen. Auch die erfor­der­li­che Schnel­lig­keit und Reak­ti­ons­fä­hig­keit der Orga­ni­sa­to­ren muss ste­tig mit der sin­ken­den Ver­weil­dauer der Pati­en­ten ins Gedächt­nis geru­fen wer­den. Kür­zere Ver­weil­dauer bedeu­tet mehr Nach­frage nach Beför­de­rung für Hin und Zurück — und das schnell und fle­xi­bel. Eine wei­tere Ent­wick­lung, wel­che die Wege der Patient:innen nicht kür­zer gemacht hat, ist die ste­tig anstei­gende Pri­va­ti­sie­rung und Gewinn­ori­en­tie­rung der Kran­ken­häu­ser. Im Jahr 1992 waren ledig­lich 14,8 Pro­zent aller Kran­ken­häu­ser in Deutsch­land in den Hän­den von pri­va­ten Trä­ger­schaf­ten. Nur 27 Jahre spä­ter wuchs die­ser Wert auf 37,8 Pro­zent an. Gewinn­ori­en­tie­rung ist in unse­rer Gesell­schaft stark ver­an­kert. Wir alle pro­fi­tie­ren und ver­lie­ren in gewis­ser Art und Weise davon. Für das Kran­ken­haus­per­so­nal und die Leit­stel­len kann dies aller­dings ein Alb­traum sein, beson­ders im Bezug auf Beför­de­rung von Pati­en­ten. Durch die Gewinn­ori­en­tie­rung wer­den zuneh­mend weni­ger pro­fi­ta­ble Abtei­lun­gen in Kran­ken­häu­sern geschlos­sen. Man kann eine Spe­zia­li­sie­rung auf Behand­lungs­be­rei­che in der Kli­nik-Land­schaft beob­ach­ten. Das mag einige Vor­teile haben, bedeu­tet aber auch, dass die Wege und somit die Anreise der Pati­en­ten oft län­ger wer­den. Wenn eine Ortho­pä­die schließt, muss man eben zur nächs­ten kom­men, egal wie weit entfernt.

Wie geht es weiter?

Im Ran­king der bes­ten Gesund­heits­sys­teme welt­weit belegt Deutsch­land den zwei­ten Platz. Die beschrie­be­nen Pro­bleme sind also keine “Show-Stop­per”. Viel­mehr wer­den inno­va­tive und ziel­ge­rich­tete Lösun­gen gebraucht, wel­che den Men­schen, egal ob Pati­ent, Krankenhaus‑, Leist­stel­len- oder Fahrt-Per­so­nal, hel­fen diese Hür­den zu über­win­den. Mit der Inte­gra­tion sol­cher Lösun­gen, kann das geschafft wer­den. Kapa­zi­tä­ten und Bud­gets wur­den geschaf­fen. Das Inno­va­ti­ons­land Deutsch­land hat die Mög­lich­keit ent­schei­dende Pro­zesse anzu­sto­ßen. Nach dem “Bloom­berg Inno­va­tion Index 2020”, wel­cher auf den sie­ben gleich gewich­te­ten Kate­go­rien R&D Inten­sity (Rese­arch & deve­lo­p­ment expen­dit­ure), Manu­fac­tu­ring value-added, Pro­duc­ti­vity, High-tech den­sity, Ter­tiary Effi­ci­ency, Rese­ar­cher Con­cen­tra­tion und Patent Acti­vity, basiert, ist Deutsch­land das inno­va­tivste Land der Erde. Es kann also an den Star­tups lie­gen, pas­sende Lösun­gen für kom­plexe Pro­bleme zu kre­ieren. Die Infra­struk­tur dafür ist geschaf­fen. Platz 1 im Gesund­heits­sys­teme-Ran­king belegt übri­gens Japan. Ein Land, dass für seine tech­no­lo­gi­sche Ver­siert­heit und auch für die Startup-Land­schaft berühmt ist.

Kon­stan­tin Leidinger