Deutsch­land und bar­rie­re­frei? Von wegen!

Leider ist die Barrierefreiheit immer noch ein Traum vieler Menschen in Deutschland. Doch was wird für diesen Traum getan?

Bar­rie­ren begeg­nen uns in jeg­li­chen Situa­tio­nen, Men­schen mit Ein­schrän­kun­gen sind dabei jedoch deut­lich häu­fi­ger betrof­fen. Doch wie zeich­nen sich Bar­rie­ren im All­tag aus? Unter dem Wort Bar­riere ver­steht man grund­sätz­lich ein Hin­der­nis. Diese Hin­der­nisse kön­nen unter ande­rem bei Schwel­len, hohen Stu­fen oder durch feh­lende Leit­sys­teme auf­tre­ten. Einige Maß­nah­men wie Trep­pen­ge­län­der oder ähn­li­che Absturz­si­che­run­gen sind jedoch not­wen­dig, um Unfälle zu ver­mei­den. Außer­dem bie­tet eine soge­nannte “Dop­pel­que­rung” eine bar­rie­re­freie Mög­lich­keit. Eine Dop­pel­que­rung ist ein Leit­sys­tem für Blinde, bei der die Bord­stein­kante weg­fällt, und einen “Auf­fin­de­strei­fen” aus Nop­pen­plat­ten ihren Platz über­nimmt. Durch das Weg­fal­len der Bord­stein­kante ist eine pro­blem­lose Über­que­rung für Rollstuhlfahrer*innen möglich.

 

Neben der phy­si­schen Bar­riere gibt es auch noch wei­tere Bar­rie­ren, wie die kom­mu­ni­ka­tive Bar­riere. Laut der Bun­des­fach­stelle Bar­rie­re­frei­heit defi­niert man Bar­rie­re­freie Kom­mu­ni­ka­tion fol­gen­der­ma­ßen: “Bar­rie­re­freie Kom­mu­ni­ka­tion umfasst alle Maß­nah­men zur Ein­däm­mung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bar­rie­ren in unter­schied­li­chen situa­tio­na­len Handlungsfeldern.”

 

Kom­mu­ni­ka­tive Bar­rie­ren gibt es unzäh­lige, sei es eine „nur“ ärger­li­che oder tat­säch­lich eine mit vehe­men­ten Fol­gen. Dies reicht von einer Gegen­sprech­an­lage im Auf­zug über Plan­än­de­run­gen der öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel, wel­che ledig­lich über einen Kanal ver­öf­fent­licht wer­den und somit Men­schen mit einer Ein­schrän­kung die Infor­ma­tio­nen gar nicht mit­be­kom­men. Auch kann eine Gegen­sprech­an­lage lebens­be­droh­lich im Falle eines defek­ten Auf­zu­ges wer­den, da stumme Men­schen gar keine Mög­lich­keit haben jene Anlage zu bedie­nen und den Anwei­sun­gen Folge zu leisten.

 

Aktion Mensch

Die Aktion Mensch ist die größte Sozi­al­or­ga­ni­sa­tion, Deutsch­lands. Seit fast 60 Jah­ren setzt sie sich für Inklu­sion und die gleich­be­rech­tigte Teil­habe aller Men­schen ein. Durch zahl­rei­che Aktio­nen wie z. B. Ram­pen aus Lego­stei­nen, sowie die Aktion #Inklu­en­cer machen sie auf Bar­rie­ren und Benach­tei­li­gung im All­tag aufmerksam.

Im Jahre 2018 hat die Aktion Mensch die erste inklu­sive Kin­der­buch­reihe ver­öf­fent­licht. Das Ziel der Kin­der­buch­reihe “Die Bunte Bande” ist Kin­dern Viel­falt, Teil­habe und Zusam­men­halt näher­zu­brin­gen. Was die Kin­der­buch­reihe so beson­ders macht, ist, dass man die Geschich­ten in All­tags­spra­che, Leichte Spra­che und Braille­schrift lesen kann.

Mit ihrer aktu­el­len Auf­klä­rungs­kam­pa­gne #orte­füralle will die Aktion Mensch dar­auf auf­merk­sam machen, dass eine bar­rie­re­freie Gesell­schaft noch ein weit ent­fern­ter Traum ist. Durch eine inter­ak­tive Sli­de­show von drei ver­schie­dene Per­so­nen, mit jeweils indi­vi­du­el­len Ein­schrän­kun­gen, bekommt man einen Ein­blick in ihren Alltag.

 

Agenda 2030

Die Agenda 2030 beinhal­tet 17 Ober­the­men für eine nach­hal­tige Ent­wick­lung. Dabei zielt das zehnte Ziel auf die Ver­min­de­rung der Ungleich­hei­ten. Um die­sem Ziel Folge zu leis­ten ist es also wich­tig auf eine bar­rie­re­freie Umge­bung zu ach­ten und allen Per­so­nen­grup­pen einen bar­rie­re­freien Zugang zu ermöglichen.

 

Nur eine bar­rie­re­frei gestal­tete Umwelt berück­sich­tigt die Bedürf­nisse aller Menschen.